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Zusammenfassung„Versuchen Sie mal, einen Trichter mit einem Wattestäbchen zu reinigen. Den verstopfen Sie damit nur“ auf diese Weise erklärte der Vizepräsident des Deutschen Verbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte Joachim Wichman gegenüber einer großen, deutschen Tageszeitung was er von Wattestäbchen, als Werkzeug zum Reinigen der Ohren, hält. Seit 1923 gibt es Wattestäbchen nun schon. Erfunden wurden die etwa sieben Zentimeter langen Stäbchen von dem US-Amerikaner Leo Gerstenzang. Geboren wurde der Amerikaner 1892 in Warschau, im Alter von 20 Jahren emigrierte der Pole dann in die USA. Dort starb er 1973, seine Erfindung aber ist bis heute noch in jedem Bad zu finden.

Ein Wattestäbchen zeichnet sich dadurch aus, dass entweder nur ein oder beide Enden des Stäbchens mit Watte umwickelt sind. Seit 1926 werden die Wattestäbchen unter dem Markennamen Q-tips vertrieben. Viele Menschen bezeichnen sie auch als solche. Die Marke ist schon teil unserer Sprache geworden, so wie viele Menschen ein Taschentuch als Tempo bezeichnen. Vor allem im englischsprachigen Raum bezeichnen die Menschen die Wattestäbchen fast ausschließlich als Q-tips. Heute gibt es viele verschieden Hersteller und Marken von Wattestäbchen. Das „Q“ im Markennamen Q-tips steht für Quality („quality“ englisch für Qualität) und „tips“ für die Enden aus Kunststoff- oder Baumwollwatte („tip“ englisch für Ende, Spitze). Die meisten Stäbchen, die es heute auf dem Markt gibt werden aus Kunststoff oder Papier gefertigt. Seltener sind Stäbchen aus Holz geworden. Für die Watte am Ende der Stäbchen wird entweder Kunststoff oder Baumwollwatte als Werkstoff verwendet.

Einsatzgebiete von Wattestäbchen

Wattestäbchen sind vielerlei einsetzbar. Im Badezimmer sollten sie ausschließlich zur Säuglingspflege oder zum Schminken eingesetzt werden. So können Wattestäbchen dazu verwendet werden den Lidschatten richtig zu ziehen.
Auch in der Technik finden Wattestäbchen ihren Einsatz. Wattestäbchen werden hierbei zu Reinigungszwecken verwendet. So werden z.B. Tintenstrahldrucker bei Funktionsstörungen mithilfe von Wattestäbchen wieder flottgemacht. Die Wattestäbchen helfen wenn der Drucker „schmiert“.
Es gibt auch Sonderformen von Wattestäbchen. Sogenanntes Abstrichbesteck ist im Grunde nichts anderes als ein steril gehaltenes Wattestäbchen. Diese werden dazu verwendet um Speichelproben zu entnehmen. Speichelproben werden dazu verwendet einen genetischen Fingerabdruck bei DNS-Reihenuntersuchungen zu erstellen.

Wattestäbchen nicht Ohrenstäbchen

Warnung auf Wattestäbchen-Verpackungen

Warnung auf Wattestäbchen-Verpackungen

Wattestäbchen haben sehr viele Einsatzgebiete, doch eines ganz sicher nicht – die Reinigung der Ohren. Sie heißen auch nicht Ohrenstäbchen, dieses Wort hat sich im Laufe der Zeit eingebürgert, ist jedoch falsch und war auch nie im Sinne des Erfinders Leo Gerstenzang. Auf den heutigen Verpackungen der Wattestäbchen werden sogar Warnhinweise aufgedruckt, dass die Stäbchen nicht zum Reinigen der Ohren verwendet werden sollten. Dennoch missbrauchen viele Menschen die Wattestäbchen zu diesem Zweck was fatale Folgen haben kann.

Folgen bei der Benutzung von Ohrenstäbchen

Benutzt der Patient ein Wattestäbchen um den Gehörgang zu säubern kann dies mehrere Folgen haben. In den meisten Fällen sind diese medizinisch nicht bedenklich, doch es kann auch vorkommen, das der Gebrauch von Wattestäbchen zum Reinigen der Ohren irreparable Schäden hervorrufen kann.

Bildung eines Ohrenschmalzpropfes

Eine der häufigsten Ursachen für Ohrenpropfen sind Ohrenstäbchen. Oft versuchen die Patienten den Ohrenschmalz mit einem Q-Tip zu entfernen schieben den Schmalz dabei aber nur weiter in den Gehörgang hinein. Der Irrglaube ruht oft daher, dass beim Herausziehen des Ohrenstäbchens aus dem Ohr Ohrenschmalz an diesem hängen bleibt. Dies ist aber nur ein Bruchteil von Ohrenschmalz, welcher sich im Gehörgang befindet. Der restliche Teil wurde zurück gedrückt und damit komprimiert. Der Ohrenschmalz kann so viel schneller zu einem Ohrenpropf verhärten, welcher den gesamten Hörgang verstopft. Dies geht sehr schnell, da der Gehörgang nach innen sich immer weiter verengt. Denkt man einmal darüber nach, wird jedem klar, das man seinen Ohrenschmalz gar nicht mit einem Ohrenstäbchen entfernen kann.
Es kann vorkommen, das wir den Ohrenschmalz beim Reinigungsversuch gegen das Trommelfell drücken, was zu einer akuten Hörminderung führen kann.

Störung des Selbstreinigungsmechanismus

Doch ein Ohrenpropf oder ein unsauberes Ohr ist nicht das Einzige was ein Wattestäbchen anrichten kann. Wird der Gehörgang mit einem Wattestäbchen geputzt, säubert man mit der Watte den äußeren Gehörgang, so wird dieser durch die Wattestäbchen fettfrei geputzt. Auch wenn der Verwender es sich kaum vorstellen kann, so wird der Gehörgang dabei gleichzeitig aufgeraut. Was sich an unseren Fingern als weich anfühlt kann der sehr empfindlichen, da dauernd unter einer Schutzschicht Fett befindlichen, Haut schaden. Zwar können die rauen Stellen mit dem bloßen Auge im Ohr nicht erkannt werden, doch sie stellen für das nachfließende Ohrenschmalz (Cerumen) ein Problem dar. Auf der rauen Haut, kann das nachfließende Cerumen nicht weiter und es bildet sich ein „Stau“ im Ohr. Über die Zeit wächst so ein Ohrenpropf heran, da immer neuer Ohrenschmalz produziert wird, welcher von unserem Körper herausgetragen werden will.

Bakterielle Entzündung

Wattestäbchen sind oftmals für bakterielle Entzündungen im Ohr verantwortlich. In den meisten Fällen macht sich solch eine Entzündung als Juckreiz bemerkbar und wird von vielen Betroffenen als nicht sehr schlimm empfunden. Medizinisch gesehen ist aber auch der Juckreiz ein Schmerzreiz. Damit will unser Körper uns darauf aufmerksam machen, dass etwas nicht stimmt. Der Juckreiz ist ein erstes Zeichen für eine Gehörgangsentzündung. In den meisten Fällen ist dies aber nicht bedrohlich.

Wattestäbchen sind aus dem gleichen Grund Ursachen für eine bakterielle Entzündung, aus dem sie für einen Ohrenpropf verantwortlich sein können. Es liegt daran, dass sie die wichtige Schutzschicht im Ohr heruntergewischt und die darunter liegende Haut aufgeraut haben. Die Keime und Bakterien, welche sich am Stäbchen befinden, werden in die Zwischenzellräume geschmiert, welche nun frei liegen. Dort können sie sich ungestört vermehren und zu einer Entzündung führen.

Oft greifen Betroffene, um den Juckreiz, welcher von einer Gehörgangsentzündung herrührt, zu stillen nun wieder zum Wattestäbchen. Unbeabsichtigt legen sie damit jedoch den Grundstock für den neuen Juckreiz. Gleich zweierlei wird mit dem Wattestäbchen erreicht, zum einen kratzt man das Ohr, zum anderen kitzelt man es wieder. Daher verstärkt sich das Jucken nur noch.

Beschädigen des Trommelfells durch Wattestäbchen

Im schlimmsten Fall verletzt der Nutzer sich beim Säubern des Ohres mit einen Wattestäbchen das Trommelfell. Ein Wattestäbchen kann das Trommelfell komplett durchstechen, was sehr Schmerzhaft sein kann. Ist das Trommelfell durchstochen wächst es bei manchen Menschen wieder zu, andere müssen sich einer Operation unterziehen.

Wir wollen hier natürlich keine Panik verbreiten in den meisten Fällen bleibt die Nutzung eines Wattestäbchens zum Reinigen der Ohren folgenlos. Doch der Ohrenschmalz wird dabei auch nicht entfernt. Höchstens einen Bruchteil des im Ohr befindlichen Ohrenschmalzes wird durch ein Wattestäbchen herausgeholt, nur die „Spitze des Eisberges“. Der größte Teil bleibt jedoch im Ohr und ist dabei noch tiefer im Gehörgang als vor dem Reinigungsversuch. Mühsam muss sich das Cerumen nun erneut auf den Weg aus dem Ohr machen.

Viele Personen wissen, dass Ohrenstäbchen den Gehörgang nicht richtig reinigen und versuchen es trotzdem. Forscher haben dafür zwei mögliche Erklärungen. Die eine Erklärung ist psychologischer Natur, da am Wattestäbchen nach dem ersten Einführen recht viel Ohrenschmalz herausbefördert wird glauben viele Menschen, dass die Methode bei ihnen doch irgendwie funktionieren könnte. So werden sie angespornt das Prozedere weiterzuführen. Dieser Trugschluss ist jedoch leider Falsch.
Eine andere Erklärung ist der Vagusnerv. Der Vagusnerv ist der zehnte Hirnnerv im menschlichen Körper und für die Regulation fast aller inneren Organe verantwortlich. Seine Bahn führt auch am Ohr vorbei. Versucht man mit einem Wattestäbchen sein Ohr zu reinigen wird der Nerv stimuliert, was ein angenehmes Gefühl verursacht. Unterbewusst denken wir nun die gerade ausgeführte Aktion hilft unserem Körper in irgendeiner Form. Dies ist jedoch ebenfalls ein Trugschluss.

Wattestäbchen gegen Watteträger

Manche Personen, welche sich schon einmal vom einem Facharzt die Ohren haben reinigen lassen erzählen, dass auch diese Wattestäbchen benutzen. Dies ist jedoch nur teilweise richtig. Zum herausholen des Ohrenschmalzes verwenden Hals-Nasen-Ohrenärzte viele verschieden Gerätschaften. Diese sind alle so geformt, dass sie, wenn man mit ihnen professionell umgehen kann, das Ohr von jeglichem Ohrenschmalz befreien können. Darunter findet sich auch eine Wattestäbchen. Dieses wird jedoch als Watteträger bezeichnet. Der Unterschied zwischen einem Wattestäbchen und einem Watteträger ist die Größe. Ein Wattestäbchen hat etwa einen 10 mal größeren Durchmesser als ein Watteträger. Legt man diese beiden Stäbchen nebeneinander sieht man sofort wie grob und simpel ein Wattestäbchen, im Vergleich zu einem Watteträger wirkt. Darüber hinaus ist der Watteträger nur ein Teil der Ausstattung über die ein Facharzt bei Ohrenreinigen verfügt.

Wattestäbchen doch als Ohrenstäbchen benutzen?

Das man mit einem Wattestäbchen nun nicht einmal mehr in die Nähe des Ohres kommen darf ist auch nicht wirklich richtig. Wattestäbchen können durchaus als Ohrenstäbchen verwendet werden, jedoch nicht zum Reinigen des Gehörgangs. Es ist in Ordnung und unbedenklich die Ohrmuschel mit einem Wattestäbchen zu reinigen und es so zum Ohrenstäbchen umzufunktionieren. Dabei sollte der Nutzer aber nicht in Versuchung geraten, doch einen Abstecher mit dem Wattestäbchen in den Hörgang zu machen.
Wattestäbchen eignen sich auch sehr gut dazu, hinter dem Ohr Schmutz zu entfernen. Klappt man das Ohr nach vorne können Verschmutzungen, welche sich dahinter befinden sehr gut mit dem Wattestäbchen gereinigt werden.

Die letzte Möglichkeit ein Wattestäbchen für die Ohrenschmalzentfernung zu verwenden ist bei der Methode, bei welcher man versucht mit Ölen den Ohrenschmalz zu lösen. Das Wattestäbchen kann, um ein ordentliches Eintropfen des Öles zu gewährleisten, als eine Art Schwamm verwendet werden. Dazu tränkt man die Watte des Stäbchens mit Öl und führt dieses bis zum Eingang des Gehörgangs. Am Eingang kann das Wattestäbchen nun ausgedrückt werden. So fließt der Großteil des Öles in den Gehörgang und nicht in die Ohrmuschel.
Ein absolutes Tabu ist es aber, sich mit dem Wattestäbchen in den Gehörgang vorzuwagen.

Flip-Tips – die Alternative zu Ohrenstäbchen

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Recht neu auf dem Markt sind die sogenannten Flip-Tips. Das Produkt hat es sich zum Ziel gesetzt eine Alternative für die Wattestäbchen darzustellen und das Ohr gründlich sowie schonend zu reinigen. Der Hersteller verspricht hierbei, dass die Fettschicht des Ohres, welche extrem wichtig ist um Krankheitserreger zurückzuhalten nicht angegriffen wird. Bei der Verwendung von Wattestäbchen wird diese Fettschicht abgetragen und die darunterliegende Haut, welche sehr verletzlich ist angegriffen.

Die Flip-Tips sind nicht dafür gedacht tief in das Ohr geschoben zu werden, um auch noch das letzte bisschen Cerumen herauszuholen. Sie sollten lediglich im äußeren Gehörgang angewendet werden und diesen von überschüssigem Ohrenschmalz befreien, welcher nicht von alleine weichen will.

Wir waren extrem gespannt das Produkt zu testen und freuten uns als die Flip-Tips schon nach sehr kurzer Zeit bei uns eintrafen. Die Flip-Tips sind in etwa so lang wie ein herkömmliches “Ohrenstäbchen”. Das Ende des Stäbchens bildet ein gummierter Schafft an welchem man das Reinigungsstäbchen sehr gut zwischen zwei Fingern festhalten kann. Am anderen Ende befinden sich die Putzlamellen. Die Lammellen sind aus weichem Gummi gefertigt und passen sich dem Gehörgang sehr gut an. Die Putzmembran ist nicht komplett dicht geformt sondern weist in der Mitte eine kleine Aussparung auf, so dass beim Einführen des Stäbchens in das Ohr das Cerumen nicht weiter in den Gehörgang geschoben wird. Die Putzlammelen sollen dafür sorgen, dass das Ohrenschmalz, beim Drehen des Stäbchens im Ohr nach außen gefördert wird.
Auch von der Verarbeitung machen die Flip-Tips einen sehr guten Eindruck. Das Stäbchen weist keinerlei scharfe Kanten auf und die Materialien wirken hochwertig und ansprechend.

Die Anwendung der Flip-Tips ist denkbar einfach und sehr ähnlich der Anwendung eines Wattestäbchens (welches zum Ohren reinigen missbraucht wird). Mit den Putzlammellen wird das Stäbchen vorsichtig in das Ohr geführt. Da die Lamellen sehr weich sind ist dies kein unangenehmes Gefühl, dennoch sollte man darauf achten, das Stäbchen nicht zu tief in den Gehörgang zu führen, da dies das Verletzungsrisiko beim Reinigen unnötig steigern kann.

Das Schaftende kann sicher und bequem mit zwei Fingern gefasst werden. Durch das hin und herdrehen des Stäbchens wird das Cerumen von der Innenwand des Gehörgangs gelöst und durch die gebogenen Lamellen nach außen befördert. Dies klappt erstaunlich gut und schon nach wenigen Drehbewegungen scheint das Ohr sauber zu sein. Das verbliebene Cerumen am Stäbchen kann einfach mit Wasser abgespült werden. (Achtung: Da Ohrenschmalz sehr viele Krankheitserreger enthält sollte ein Stäbchen auch wirklich nur von einer Person genutzt werden.)

Von der Leistung der Flip-Tips waren wir meist positiv überrascht, auch beim späteren Untersuchen der geputzten Ohren mit einem Otoskop konnten wir kaum noch Cerumen-Rückstände im äußeren Gehörgang entdecken. Außerdem gestaltet sich die Handhabung wirklich äußerst einfach.
Lediglich bei stark verhärtetem Ohrenschmalz gehen die Flip-Tips in die Knie. Die Lamellen sind zu weich und können das stark verhärtete Cerumen nicht abtragen. Für einen Bürger mit “durchschnittlich” hartem Ohrenschmalz können wir das Produkt aber absolut empfehlen. Die Reinigungswirkung lässt sich sogar verstärken, wird diese direkt nach dem Duschen vorgenommen, wenn das Cerumen ein wenig aufgeweicht ist.
Etwa 20-25 Reinigungsvorgänge überlebt solch ein Flip-Tip, danach waren die Lamellen bei unseren Testprodukten verbogen und der Gummi nicht mehr ganz so elastisch.

Wer sich nicht von der Nutzung von Stäbchen zum Reinigen der Ohren lösen kann, können wir die Flip-Tips absolut ans Herz legen. Vor allem bei kleinem bis mittlerem Ohrenschmalzvorkommen leistet das Produkt sehr gute Arbeit und lässt sich mühelos anwenden. Bei starken Beschwerden können wir das Produkt nicht unbedingt empfehlen, da es mit sehr hartem Ohrenschmalz nur bedingt zurechtkommt. Den Preis von ca. 4€ finden wir für die Flip-Tips absolut fair.

Zusammenfassung Wattestäbchen

Ohren reinigen mit einem Wattestäbchen
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